Zum Tod von P. Jiri Kopic SDB

26.11.2020


Gott der Herr hat unseren sehr geschätzten Mitbruder P.Georg Kopic SDB am 25. November 2020 zu sich in die ewige Herrlichkeit des Himmels gerufen.
Jiri Kopic wurde am 24. Dezember 1932 in Prag geboren. Die Salesianer Don Boscos lernte er 1940 in Prag kennen, wo er auch während des Krieges und später bis 1950 regelmäßig das Oratorium in Kobylisy besuchte. Dort war er als Musiker und Schauspieler aktiv, Fähigkeiten, die er auch später noch gut zu gebrauchen und einzusetzen wusste. In dieser Zeit lernte er auch P. Stepan Trochta, den späteren Bischof und Kardinal, kennen. Unter dem Einfluss von P. Trochta und anderen dort tätigen Salesianern entstand bei Jiri schon bald der Wunsch, Salesianer Don Boscos und Priester zu werden und für junge Menschen da zu sein.
Als 1950 alle Ordenshäuser und Einrichtungen in der Tschechoslowakei durch die Kommunistische Partei gewaltsam geschlossen wurden, trafen sich die Jugendlichen des Oratoriums trafen weiter heimlich in der Nähe in einem Restaurant. Der Weg zur Erfüllung seines Lebenswunsches war ihm für die nächsten Jahre versperrt. Er arbeitete als Maschinenbautechniker und fing im Untergrund seine Ausbildung im Noviziat und Philosophiestudium an.
1964 konnte er nach Österreich „ausreisen“, bat dort um politisches Asyl und reiste weiter nach Italien. Sein Vorhaben, in Turin bei den Salesianern sein Studium fortzusetzen, scheiterte. So studierte er an einer Hochschule bei den Benediktinern und später an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese Augsburg in Dillingen. 1969 wurde er dort zum Priester geweiht.
Als Kaplan in Grönenbach, ganz in der Nähe von Buxheim, kam er seinem Wunsch, Salesianer zu werden, wieder näher. Er trat 1971 in das Noviziat in Jünkerath ein und legte 1975 seine ewige Profess ab. Nach seiner Tätigkeit als Gruppenerziehers im Salesianum München (1972-1982) trat er 1982 in die Provinz Verona über und wurde mit der Leitung des „Centro Religioso Boemo“ in St. Martin in Gsies (Bozen/Südtirol) betraut. Dort kümmerte er sich um die Betreuung von Kindern tschechischer Staatsbürger im Ausland und um die Seelsorge im Umland. Von 1995 bis 1999 leitete er die Tschechische Mission in München. Die Seelsorge für die tschechischen Mitbürger war ihm immer ein großes Anliegen.
2006 kehrte er nach Deutschland zurück und kam in die Gemeinschaft nach Ensdorf zur Mitarbeit in der Seelsorge. Der Bezug zu seinen Bekannten in der Heimat, in Südtirol und in den verschiedenen Pfarreien im Vilstal waren ihm wichtig. Er liebte das gemeinsame Beten in der salesianischen Gemeinschaft und die Mitfeier der Gottesdienste. Seine schwindende Gesundheit machte ihm in den letzten Monaten zunehmend zu schaffen. Am 22. November musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort verstarb er am 25. November.
P. Georg Kopic hat seinen Glauben wirklich gelebt, er war ein bescheidener Mitbruder, der sich nie in den Vordergrund drängte und seine Aufgaben zuverlässig erfüllte. Sein leiser Humor, seine treuen Dienste und sein Dasein in der Gemeinschaft werden uns fehlen. Der letzte Satz in seinem Testament lautet: „Liebe Mitbrüder, betet für mich!“ Das wollen wir tun und das soll auch unser Dank sein.
P. Ulrich Schrapp, Direktor

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