Über Generationen hinweg die Energiewende diskutiert

21.03.2017

Am Freitag, den 17. März trafen sich im Kloster Ensdorf engagierte Menschen jeden Alters, um sich über die Umsetzung der Energiewende in Landkreis Amberg-Sulzbach auszutauschen. Interessierte Senioren und Jugendliche, Vertreter des Solarfördervereins, Studenten der OTH Amberg, ZENioren, Bürgermeister Markus Dollacker sowie örtliche Stromerzeuger nahmen an der Veranstaltung teil, um über ihre Erfahrungen und Meinungen zu berichten und miteinander zu diskutieren.

Johann Bösl ist auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen im Gemeindeteil Ruiding Betreiber einer Biogasanlage. Er informierte u.a. über die Entwicklung von der Idee bis zur Fertigstellung seiner seit dem Jahr 2001 bestehenden Anlage. „Sonnenblumen an Maisfeldrändern fördern nicht nur das Agrar-Ökosystem, sondern auch die Akzeptanz in der Gesellschaft.“, berichtete er in seinem kurzweiligen Vortrag. „Unverständlich ist aus seiner Sicht hingegen die Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz von 2014, das den Neubau und Ausbau der Biogasanlagen wirkungsvoll verhindert.“ Karl Senft erzählte von der Entwicklung des Ensdorfer Wasserkraftwerks,  dessen  Anfänge als Mühle um 1650 vermutet  werden. „Mein Großvater hatte das Stromrecht für die Versorgung im  Dorf“, informierte er. „Für Zuleitungen musste der Betreiber selber sorgen. Vor einigen Jahren wurde das Wehr recht aufwändig in eine Fischtreppe umgestaltet, welche nicht nur den Fischen als Aufstiegshilfe dient, sondern auch vielen Naturfreunden zur Erholung und Abkühlung“,  berichtete er den interessierten Zuhörer.

Bei einer Zeitreise, angefangen beim ersten Elektrofahrzeug 1839, über autofreie Sonntage und Anti-WAA-Demonstrationen bis hin zum Ausstieg aus der Kernenergie 2022, konnten die Teilnehmer ihre Erfahrungen und ihr Wissen miteinander teilen. Abschließend wurde noch in Kleingruppen darüber diskutiert, wie ein Leben ohne Strom aussehen würde, wie Elektromobilität im Landkreis gefördert werden könnte und ob Energiewende und Naturschutz als Einheit oder Gegensatz zu betrachten sind. Trotz kontroverser Diskussionen waren sich die Teilnehmer letztlich einig, dass wir alle von Energie abhängig sind und daher neben dem Ausbau von grüner Energie, jeder einzelne mit seinem Konsumverhalten zum Gelingen der Energiewende beitragen muss. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Gloria Reithmaier, Leiterin der Umweltstation Kloster Ensdorf, und Barbara Hernes, Projektleiterin des Seniorenmosaiks.

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