Trauer um P. Martin Haunolder SDB

05.11.2020


Gott, der Herr, hat am 4. November 2020 unseren sehr geschätzten Mitbruder P. Martin Haunolder SDB nach einem langen und erfüllten Leben zu sich in seine ewige Herrlichkeit gerufen.
Martin Haunolder wurde am 22. Juni 1927 Unterkastl bei Altötting geboren. Von 1933 bis 1938 besuchte Martin die einklassige Volksschule in Teising. Seine Mutter entschied sich dafür, ihn auf das Gymnasium in Burghausen mit einer Unterbringung im Knabenseminar St. Josef zu schicken. Das war sein ersten Kontakt mit den Salesianern. Hier kam bald der „vage der Gedanke auf“, Salesianer und Priester zu werden. Nach der Schließung des Seminars durch die damaligen Machthabern besuchte er das Gymnasium als Fahrschüler.
Trotz seiner ablehnenden Haltung des Systems musste er als Luftwaffenhelfer, beim Arbeitsdienst und im Einsatz bei den Gebirgsjägern in Garmisch seinen Dienst tun. 1946 machte er am Gymnasium Burghausen sein Abitur. Bei den Salesianern sprach ihn die Nähe zur Jugend besonders an. So entschloss er sich zum Eintritt in das Noviziat. 1950 band er sich dauerhaft durch die Ewigen Gelübde an die Kongregation. Er studierte in der Folge an der Päpstlichen Hochschule der Salesianer in Turin Philosophie und Theologie und erhielt 1954 in der dortigen Maria-Hilf-Basilika die Priesterweihe. Von 1954 bis 1959 durfte er den Novizenmeister in Ensdorf als Studienleiter und „Sozius“ unterstützen. Drei Jahre als Erzieher im Lehrlingsheim in München folgten, bevor er von 1962 bis 1972 selber die Aufgabe des Novizenmeisters übernahm. Im März 1972 musste P. Haunolder auf Grund einer schweren Erkrankung kürzer treten.
Ab 1973 leitete er für neun Jahre das St. Josefsheim in Bamberg. Als weitere Stationen folgten Burghausen, Forchheim und Ensdorf jeweils als Direktor. Von 1998 bis 2018 wirkte P. Martin Haunolder in Regensburg. Diese Zeit nutzte er zu Übersetzungsarbeiten aus dem Italienischen (u.a. den Kommentar zu den salesianischen Konstitutionen) und zu geschichtlichen Forschungen. Aber auch die Mitarbeit in der Seelsorge war für ihn wichtig und selbstverständlich. Bereits in Regensburg begann er auch mit den Arbeiten zu einer Chronik der einhundertjährigen Präsenz der Salesianer Don Boscos in Ensdorf. Auf Grund seiner angeschlagenen Gesundheit war es notwendig, dass er im Alter von 91 Jahren nach Ensdorf umzog, wo er die notwendige Pflege erhalten konnte. Die Chronik für Ensdorf wurde am 15. August 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach diesem großen Ereignis aber ließ seine Gesundheit immer stärker nach, so dass er Mitte Oktober zur weiteren Behandlung in das Krankenhaus gebracht werden musste. Dort verstarb er am 4. November 2020.

Wir verlieren mit P. Martin Haunolder eine sehr bedeutende Persönlichkeit in unserer Provinz. Viele Mitbrüder verdanken ihm ihre salesianische Prägung, viele Jugendliche eine hervorragende Bildung und viele Menschen das überzeugende Bild eines guten Priesters und echten Christen. Wir verlieren einen fröhlichen und den Menschen zugewandten Mitbruder. Und wir verlieren einen frommen, tiefgläubigen, mit Gott verbundenen Salesianer.
Wir danken P. Martin Haunolder für alles, was er unserer Gemeinschaft hier in Ensdorf und der ganzen Provinz an allen seinen Wirkungsorten an Gutem getan hat. Unser aller Gebet für ihn ist sicher das beste und schönste Dankeschön.
P. Ulrich Schrapp, Direktor

Veröffentlicht in Wissenswertes aus dem Kloster