Papst Franziskus – eine Hoffnung für junge Gläubige

17.11.2017

Zum Talk-Abend über Papst Franziskus kamen am 10. November über 60 Interessierte. Die zwei Stunden im Ensdorfer Wittelsbachersaal wurde eine kurzweilige Angelegenheit, weil sich viele in eine sehr anregende Diskussion über Papst Franziskus und seinen nicht alltäglichen „Regierungs-Stil“ eingelassen haben. Allen war ein grundsätzliches Anliegen, über die Zukunft der Kirche nachzudenken. Die Erfahrungswelt der Jugend wird aber in der Kirche zu oft außer Acht gelassen, kritisierten Teilnehmer einer engagierten Gesprächsrunde in Ensdorf.

Franziskus ist einmutiger Papst

Prof. Dr. Wolfgang Beinert, jahrelang theologischer Assistent bei Prof. Ratzinger in Tübingen, konstatierte: Mit Papst Franziskus wäre ein radikaler Paradigmen-Wechsel in die Auffassung vom Papsttum gekommen, weil nicht mehr so sehr die Struktur der Kirche selber, sondern die konkreten pastoralen Aufgaben aus dem Geist Jesu in den Vordergrund gerückt würden.
Birgit Schwalbe-Eberius, evangelische Pfarrerin aus Rieden, freute sich, dass dieser Papst mutig über bisherige Grenzen hinausgehe und keine Angst vor Verlust von Macht habe; das sei sehr beruhigend gerade auch für die künftige Ökumene.
Dr. Gottfried Claußen vom christlichen Zentrum in Amberg wies darauf hin, dass Franziskus wirklich ganz biblisch und authentisch ist, wenn er alle verantwortlichen Seelsorger darauf hinweise, dass sie doch den Geruch der Schafe annehmen sollten, wenn sie wirklich heute aus dem Geist Jesu leben wollten.

Markus Mußemann, Pfarrgemeinderatssprecher von St. Michael Amberg, stellte kritisch fest, dass es sei unbedingt nötig, sich gerade für junge Leute zusammen mit ihnen neue Gottesdienstformen über den Sonntag hinaus zu überlegen.

Kirche muss neuen Anfangmachen

Franziska Paintner aus Ebermannsdorf, die als Staatsanwältin in Weiden tätig ist, bestätigte, dass viele junge Leute Papst Franziskus zwar gut finden, sie aber trotzdem nicht mehr in die Kirche gingen. Erlebnisse wie in Taizé könnten motivierend sein, aber auch diese schöne Erfahrung könne nicht mehr in die gewöhnliche Pfarrei übertragen werden. Wie sie von Bekannten heraushöre, müsse von der Kirche glaubwürdig ein neuer Anfang gemacht werden und auf die Probleme eingegangen werden, die die jungen Leute wirklich berührten.

David Breitkopf aus Ensdorf, der als Religionslehrer an einer Berufsschule in Weiden engagiert ist, unterstrich ebenso, dass die Schüler keine Atheisten seien, sondern einen echten Glauben suchen würden. Nur mit der aktuellen Amtskirche könnten sie überhaupt nichts anfangen, weil sie die Erfahrungswelt der jungen Leute total außer Acht lasse.

Pater Alfred Lindner vom Kloster Ensdorf wies als Gesprächsleiter darauf hin, dass Papst Franziskus offenbar die Welt der Jugend treffe, weil er als Seelsorger diesen Papst vor ihnen nicht verteidigen müsse, wie er es bisher noch immer getan habe.
Christian Irlbacher von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) als Mitveranstalter, dankte sich für das große Interesse bei diesem anspruchsvollen kirchlichen Thema und freute sich, dass so viele sogar aus Amberg in das „Klosterdorf Ensdorf“ gekommen seien. (nach Hans Babl, Mittelbayerische Zeitung)

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