P. Dr. Michael Spitz verstorben

15.04.2008

Spitz MontageJesus Christus, der auferstandene Herr,
hat unseren lieben Mitbruder

Pater Dr. Michael Spitz
Salesianer Don Boscos

nach einem erfahrungsreichen und erfüllten Leben als Ordensmann, Priester, Erzieher und Lehrer der Theologie am Montag, 14. April 2008 in seine Ewige Wohnung gerufen.

Für P. Dr. Michael Spitz war in diesen Tagen ein Umzug vorgesehen. Unser Mitbruder sollte ein größeres Zimmer im Kloster beziehen, wo er mehr Bewegungsfreiheit haben sollte. Am frühen Morgen des 14. April hat ihn jedoch Gott für uns alle unerwartet in SEINE Wohnung umziehen lassen, die ER für ihn bereitet hat. Nach dem ermüdenden Wegabschnitt der vergangenen Monate, darf er nun die Erfüllung des Lebens bei Gott erfahren, von der er unzählige Male zu jungen und alten Menschen auf seine ihm eigene menschenfreundliche Weise gesprochen hat.

Geboren am 8. Oktober 1937 in Gnadenberg bei Neumarkt/Oberpfalz wuchs er mit drei Schwestern und zwei Brüdern in der Klostermühle von Gnadenberg auf. Zeitlebens blieb er mit seiner Heimat verbunden. Erst im vergangenen Jahr konnte er in der Heimat-
gemeinde mit vielen, die ihm dort freundschaftlich verbunden waren und sind, seinen 70. Geburtstag feiern, obwohl er schon damals gesundheitlich sehr geschwächt war.

Nach seiner Volksschulzeit begann er im Salesianum in München eine Lehre als Buchbinder, die er 1956 erfolgreich abschloss. Er spürte aber, dass eine andere Berufung in ihm lebte, der er gerne nachgehen wollte. Er wollte als Priester und Erzieher in die Spuren Don Boscos treten. So besuchte er von 1956 bis 1960 das Progymnasium in Buxheim, trat dann 1960 ins Noviziat der Salesianer Don Boscos in Ensdorf ein, wo sich nach einem Jahr durch die erste zeitliche Profess an die Gemeinschaft band. Es folgten dann Schritte, wie sie damals jeder junge Salesianer zu gehen hatte: 1961 bis 1964 Besuch des Gymnasiums, 1964 die zweite Profess, 1964 bis 1966 pädagogisches Praktikum im Schülerheim „Stella Maris“ in Kempten, 1966/67 Studium der Philosophie in Benediktbeuern, 1967 ewige Profess, 1967/68 Studium der Theologie in Regensburg und gleichzeitig Assistenz im Lehrlingswohnheim in Regensburg, 1968 bis 1971 Fortsetzung und Abschluss des Theologiestudiums in Benediktbeuern. 1971 erreichte er mit der Weihe zum Priester durch den Augsburger Bischof Josef Stimpfle in Benediktbeuern ein wichtiges Etappenziel.

Begabt mit einem gewinnenden Wesen, gewann er leicht die Zuneigung der jungen Menschen die ihm im St. Josefsheim in Bamberg nach seiner Weihe erwarteten. Nach einem Jahr schon musste er Bamberg in Richtung Augsburg verlassen, um dort den Dienst des Studienleiters im Schülerheim zu übernehmen. Die damaligen Obern wollten aber, dass die jungen Salesianer in ihrer Ausbildung von den Gaben unseres Mitbruders profitieren sollten. So hieß es 1973 wieder Abschied nehmen, um in München das Studium der Katechetik aufzunehmen. Schon während des Katechetik- und Homiletikstudiums, bevor er 1978 promovierte, dozierte er an der ordenseigenen Philosophisch-Theologischen Hochschule in Benediktbeuern. Viele Seelsorgsaushilfen und besonders auch den Dienst der Verkündigung bei den Kindern und Jugendlichen halfen, dass er nicht nur aus der Schatzkiste der Wissenschaften, sondern auch aus dem reichen Schatz der Erfahrungen schöpfen konnte, woran die Studenten und Studentinnen dankbar und mit viel Freude teilhaben konnten. Bis 1991 ermutigte und begleitete er einfühlsam die ersten Versuche der Theologinnen und Theologen in der Verkündigung in Schule und Liturgie. Sein Humor ließ ihn, wenn überhaupt, nur selten im Stich. 1991 rief ihn Provinzial P. August Brecheisen als Direktor ins Provinzialat. Wie weit seine oft humorvollen und sprichwörtlich „spitzen“ Bemerkungen den Verantwortlichen in der Provinz nach angespannten Sitzungen zur Entspannung verholfen haben, kann erahnen, wer ihn in gemütlichen Runden erleben durfte, die sich immer wieder gerne um ihn bildeten.
Auch nach dem Ablauf seiner Amtszeit als Direktor blieb er Gemeinschaft im Provinzialat als Vikar erhalten. Dazu übernahm er die Verantwortung für die Don Bosco Familie und die Freunde Don Boscos in der Provinz. Unermüdlich folgte er den vielen Einladungen zu Besinnungstagen und Exerzitien bei Salesianischen Mitarbeitern, den Don Bosco Schwestern und anderen befreundeten Gruppen über seine Amtszeit hinaus bis in die jüngste Vergangenheit.
Nicht leicht fiel ihm 2005 der Abschied von München und schmerzhaft war die Erfahrung, durch gesundheitliche Grenzen im Aktionsradius eingeschränkt zu sein. In Ensdorf erwartete ihn freudig die Gemeinschaft der Mitbrüder. Nicht nur die abendliche Mitbrüderrunde gewann mit ihm eine erfrischende Bereicherung, auch die gesamte Gemeinschaft, die Angestellten und die Pfarrgemeinde lernten schnell seinen Humor und seinen ernsthaften geistlichen Impulse schätzen.

Im vergangenen Jahr erlebte P. Michael zunehmend die Grenzen seiner Kraft. Dennoch träumte er davon, die Termine noch erfüllen zu können, die schon bis in das kommende Jahr in seinem Kalender hatte. „Dem fröhlichen Menschen hilft Gott“, sagte Don Bosco. Mit seinem Witz und seiner Fröhlichkeit konnte er vielen Menschen das Herz öffnen für die Frohe Botschaft, die er phantasie- und liebevoll voll weiter schenkte. Dem fröhlichen Menschen P. Michael Spitz möge Gott nun helfen, die Lebendigkeit zu erlangen, die er in den letzten Wochen des irdischen Lebens mehr und mehr vermisste und so umso mehr ersehnte.

Der Herr schenke ihm ewige Lebensfreude in SEINER Wohnung!

In österlicher Hoffnung:

Für die Salesianer Don Boscos
P. Josef Grünner SDB, Provinzial der Deutschen Provinz
P. Georg Matt SDB, Direktor der Niederlassung Ensdorf

Seine Geschwister
Klara Forster
Elisabeth Prem
Albert Spitz
Josef Spitz

Das Requiem feiern wir am Freitag, 18. April um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche in Ensdorf; anschließend nehmen wir Abschied auf dem Klosterfriedhof. Rosenkranz ist am Dienstag und Mittwoch jeweils um 18.30 Uhr.
Statt Kränze und Blumen erbitten wir im Sinne des Verstorbenen eine Spende für das Don Bosco Jugendwerk im Kloster Ensdorf (Bankverbindung: Sparkasse Amberg-Sulzbach BLZ 752 500 00 Kto 190078139, Vermerk „P. Spitz“).

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