Das Klimadinner erlebte eine furiose Neuauflage

31.07.2017

Den Aperitif gab´s im Innenhof

Nach dem furiosen Erfolg im letzten Jahr gab es heuer eine Neuauflage des Klima-Dinners. Wer zum Klima etwas sagt, meint heutzutage oft Treibhauseffekt, CO2-Bilanz, Klimaneutralität und Nachhaltigkeit. Das ist auch beim Klimadinner nicht anders. Bei einem genussvollen Abend, mit kulinarischen Köstlichkeiten, guter Musik und nebenbei mit Informationen rund um das Thema Klimaschutz und nachhaltige Ernährung entstand eine Melanche von „Faszination Wissen“ und Sterneküche. „Klima- und umweltbewusst Essen und Trinken und höchster Genuss schließen sich keinesfalls aus“ war der einheitliche Tenor der Teilnehmer im vollen Refektorium des Klosters. Ursprünglich im Innenhof geplant, war es der Witterung, v.a. den Temperaturen geschuldet, dass die Veranstaltung drinnen stattfand.

Die Nachfrage war groß

„In Deutschland macht die Ernährung 20% der Treibhausgasemissionen aus. Das heißt Erzeugung, Verarbeitung, Transport,

Vermarktung, Zubereitung und Abfallentsorgung von Nahrung tragen jeweils zur Klimaerwärmung bei. Bei jedem dieser Schritte können wir ansetzen und etwas besser machen, um das Klima zu schützen. Das bedeutet aber nicht Verzicht, sondern: Neues auszuprobieren, bewusst zu essen und zu genießen.“ Gloria Reithmaier, die Leiterin der Umweltstation, moderierte den Abend und wartete zwischen den einzelnen Gängen mit interessanten Aspekten zum Thema „Umweltverträglichkeit der Ernährung auf“. Das Menü war so abgestimmt, dass kurze Wege und Regionalität, saisonale Aspekte und biologische Herkunft die Grundlage waren.

Das stand auf der Menükarte:

  • Aperitif: Hausgemachter Lillet Wild Berry
  • Amuse-Gueule (Gruß aus der Küche): Löwenzahn-Fladen mit Kräuterbutter aus Brennnessel, Scharfgabe und Dost. Jeder Tisch bekam ein Einweckglas. Darin befanden sich die Sahne, etwas Salz und die frischgepflückten Kräuter. Die Gäste am Tisch mussten abwechselnd das Glas schütteln. Mit der Zeit bildete sich ein Klumpen: die Butter für den Fladen.
  • Vorspeise: Paniertes Ei im Salatnest und Paprikabaguette
  • Suppe: Kartoffelsuppe „Rote Emmalie“ gewürzt mit Borretsch
  • Hauptspeise: Kurzgebratenes vom Reh mit regionalem Wurzelgemüse und Emmer-Haselnussspätzle oder als vegetarische Variante Zucchini im Chia-Samen-Mantel mit Emmer-Haselnussspätzle und Austernpilzen
  • Dessert: Dreierlei Süßen Blütentraum aus Rosen-Panna-Cotta, Lavendel-Creme Brulee und  Mädesüß-Milchshake mit Blütenzuckerrand

Das Jonas Sorgenfrei Trio

Nach dem Hauptgang konnten sich die Gäste bei einem Spaziergang durch den Kreuzgang die Beine vertreten. Dort waren noch Bilder von Ensdorfer Künstlern ausgestellt. Besonders bewegungsfreudige Menschen konnten auch den neugebauten Barfußpfad im Klostergarten begehen.

Am Ende des Klimadinners stellte sich für jeden die Frage: „Was nehmen ich von dem heutigen Abend mit?“ Zusammenfasend lässt sich sagen, dass es unzählige Wege gibt mit der eigenen Ernährungsweise das Klima zu schützen: Man kann Kräuter und Blüten sammeln gehen, mit dem Rad zum Einkaufen fahren, saisonale Lebensmittel von regionalen Produzenten kaufen, zu Bioprodukten greifen und alte Sorten testen, wenig verarbeitete und verpackungsarme Lebensmittel bevorzugen, vegetarische und vegane Gerichte ausprobieren, mit energieeffizienten Küchenutensilien für Freunde kochen, Essenabfälle vermeiden, und es sich zu guter Letzt richtig schmecken lassen.

Sie haben gekocht…

Der Dank am Ende ging an die Mitarbeiterinnen der Klosterküche mit ihrer Chefin Edeltraud Roth an der Spitze. Für sie ist es alle Jahre eine besondere Herausforderung, auch einmal andere Gerichte und Dimensionen des Kochens zeigen zu dürfen.
Ein besonderes Schmankerl gab es auch für die Ohren: das Jonas Sorgenfrei-Trio spielte exzellenten Jazz in einer angenehmen Lautstärke und war, wie schon letztes Jahr, die besondere Würze beim Klimadinner.

Das Service-Team

Als kleines Abschiedsgeschenk bekam jeder Gast noch selbstgemachten Blütenzucker mit nach Hause. Schade, dass es für ein Dinner unter freiem Himmel zu kalt war und der illuminierte Klosterinnenhof nicht auch noch sein besonderes Flair entfalten konnte. Dann halt 2018 wieder…

Veröffentlicht in Wissenswertes aus dem Kloster