Br. Josef Hierreth verstorben

14.04.2020


Gott der Herr, hat unseren sehr geschätzten Mitbruder, den „Senior“ der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos

Br. Josef Hierreth SDB

nach einem langen und erfüllten Leben am 6. April 2020 zu sich in seine ewige Herrlichkeit gerufen.

Josef Hierreth wurde 1924 in Engelsberg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz geboren. Nach dem Besuch der Volksschule trat Josef eine Schmiedelehre an, die er im Oktober 1942 mit der Gesellenprüfung abschließen konnte. Noch im selben Monat wurde er zur Wehrmacht einberufen. Nach drei Jahren in russischer Gefangenschaft wurde er 1948 unversehrt in die Heimat entlassen. In den Jahren danach kam er mit den Salesianern im Kloster Ensdorf in Kontakt.
Hier trat er 1953 in das Noviziat ein. Seine erste Profess als Salesianer Don Boscos legte er am 15. August 1954 ab; im vergangenen Jahr konnte er noch sehr bewusst sein 65-jähriges Professjubiläum feiern.
Für den gelernten Schmied wurde das Kloster Ensdorf seine Lebensaufgabe in ganz unterschiedlichen Feldern:  Von 1954 bis 1978 leitete er die Schmiede und die Schlosserei. Davon zeugen heute noch ansehbare Werke im gesamten Klosterbereich: das Tor zum Salesianer-Friedhof, das große Eingangstor in das Klostergelände, diverse Kerzenständer und andere Schmuckgegenstände.
Als echter Salesianer hat Josef Hierreth aber nicht nur mit Metall gearbeitet, sondern sein Wissen und seine Überzeugungen auch an junge Menschen weitergeben. 1957 legte er die Meisterprüfung ab. Viele tüchtige Gesellen verdanken ihm ihre Ausbildung und einige von ihnen brachten es bis zum Bundessieger. Welch gutes „Betriebsklima“ in dieser Zeit in der Werkstatt geherrscht haben muss, davon zeugen die Erzählungen und Berichte der ehemaligen Lehrlinge, die bis zuletzt auch immer wieder den Kontakt mit ihrem ehemaligen Meister gesucht und gehalten haben. Er war ganz einfach ein „väterlicher Chef“.
Im Jahre 1978 musste die Schmiede aus wirtschaftlichen Gründen, wie andere Klosterbetriebe auch, geschlossen werden. H. Hierreth wurde daraufhin im Vertrauen auf seinen Sachverstand die Verwaltung und Wirtschaftsleitung des Klosters anvertraut. Es war sicher nicht leicht, in den Zeiten der großen Veränderungen diese Last zu schultern. All diese Entwicklungen waren für ihn als „alten Ensdorfer“ sicher nicht leicht, aber er trug sie mit und gestaltete sie. Im Jahre 1993 konnte er diese beschwerliche Aufgabe in jüngere Hände abgeben.
Aber auch danach legte Br. Hierreth seine Hände nicht einfach in den Schoss. Wo es nötig war, packte er an, half mit, wo Hilfe gebraucht wurde, gab seinen Rat, wo er gefragt war und übte Kritik, wo er selbst sie für angebracht hielt. Mit zunehmenden Alter und mit den damit verbundenen Beschwerden musste er loslassen. Sich pflegen zu lassen, angewiesen zu sein auf andere, nicht mehr alles selbst machen zu können, fiel ihm nicht ganz leicht. Aber andererseits war er für Hilfe und Zuwendung durch die Mitbrüder und das Pflegepersonal sehr dankbar. Bis zum Schluss war er offen für die Entwicklungen, im besten Sinne neugierig auf das, was um ihn herum und in der Welt vor sich ging. Bis zum Schluss war er an den Beziehungen zu alten Weggefährten, ehemaligen Lehrlingen und Arbeitskollegen interessiert.
Er legte Wert darauf, in der Gemeinschaft präsent zu sein. Zwei Krankenhausaufenthalte im Februar führten dazu, dass die weitere Pflege im Altenwohnheim des BRK in Ensdorf übernommen werden musste. In den letzten Wochen war der Verfall seiner Kräfte unübersehbar. Auf Grund des Besuchsverbotes in der Corona-Krise konnte der Kontakt zu ihm nur sehr eingeschränkt stattfinden. Zumindest zu seinem Namenstag am 19. März und drei Tage vor seinem Tod waren Besuche noch möglich.

Am Vormittag des 6. April 2020 gab Br. Josef Hierreth sein langes und erfülltes Leben in die Hände seines Schöpfers zurück. Wir danken Gott für einen vorbildlichen Salesianer, für einen eifrigen und einsatzfreudigen Arbeiter im Werk Don Boscos, für einen echten und treuen Freund der jungen Menschen, für einen humorvollen und freundlichen Ausbilder und Erzieher, für einen lieben Menschen. Wir danken Br. Josef Hierreth für alles, was er unserer Gemeinschaft hier in Ensdorf und der ganzen Salesianergemeinschaft an Gutem getan hat. Vergelt’s ihm Gott!

Für die Angehörigen:
Die Nichten und Neffen im Namen aller Angehörigen

Für die Salesianer Don Boscos:
Provinzial P. Reinhard Gesing SDB, München  Direktor P. Ulrich Schrapp SDB, Ensdorf  mit allen Mitbrüdern des Klosters

Auf Grund der aktuellen Situation in der Corona-Pandemie fand die Beisetzung am 14. April im engsten Kreise der Ensdorfer Mitbrüdergemeinschaft statt. Eine Trauerfeier ist für einen späteren, geeigneten Zeitpunkt geplant.

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