Ausstellung „NeueHeimatOberpfalz“ – Das Leuchten der Augen zeigt Glück

02.05.2017

Gloria Reithmaier ist die Initiatorin einer Ausstellung in Ensdorf, die den Blick auf geflüchtete Menschen mit ihren Schicksalen und Träumen richtet. Ein Projekt der Umweltstation, das vom Bayerischen Umweltministerium gefördert wird. Reithmaier bekannte es ganz offen: „Das Projekt der Ausstellung ‚Neue Heimat Oberpfalz‘ hat mir in den letzten Monaten viel Freude bereitet, liegt mir das Thema doch persönlich sehr am Herzen.“ Die  Leiterin der Umweltstation stellte am 27. April bei der Vernissage im Kreuzgang des Klosters das Konzept vor: es geht um die persönlichen Geschichten von neun jungen Menschen, die aus Afghanistan, dem Irak, aus Syrien und der Ukraine geflohen sind und sich in der Oberpfalz ein neues Leben aufbauen möchten.
Für die Ausstellung hat Fotograf Thilo Hierstetter in seiner Freizeit Portraits an verschiedenen Orten im Landkreis Amberg-Sulzbach aufgenommen. „Es war ein interessantes Projekt in Zeiten, in denen das Thema Flüchtling an allen Ecken präsent ist. Ich versuchte, das Leuchten in ihren Augen einzufangen. Dieses Leuchten zeigt Glück, dass sie unterwegs sind“, so der Fotograf.
Zu den Bildern wird auch die persönliche Geschichte erzählt: Was bewegt Menschen, die bei uns Zuflucht suchen? Wie sieht ihr Alltag in Amberg und dem Vilstal aus? Mit welchen Schwierigkeiten und Hürden haben sie zu kämpfen? Was sind ihre Wünsche, Träume und Ziele für die Zukunft?

Layout und Druck der Bilder hat Don Bosco Druck & Design aus Ensdorf übernommen. Eine Besonderheit sind sicherlich die individuellen Rahmen der Bilder aus verschiedenen Obstbaumhölzern, die Bruder Robert Reiner anfertigte. Manfred Lehner und Jürgen Zach steuerten bayerische Musik bei.

Die „Models“ sagten „ganz herzlich Dankeschön Deutschland, Amberg, Ensdorf und allen Leuten für alles“. Und Rozina Mehri aus Afghanistan ergänzte: „Leben ist Nehmen und Geben. Ich will gerne mal für deutsche Leute arbeiten. Sie haben mir sehr viel gegeben.“ „Ich bin sehr dankbar für all die Unterstützung und möchte Deutschland etwas zurückgeben. Ich möchte niemandem auf der Tasche liegen und mein eigenes Geld verdienen“, betont Rozina. Ab Herbst macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester im Klinikum St. Marien.

Und dieser Meinung schlossen sich auch alle anderen an. Die über 50 Besucher der Vernissage wurden noch mit kulinarischen Köstlichkeiten aus den Herkunftsländern verwöhnt. Zum Abschluß gab es noch Musikkabarett aus dem Amberger Land: Chris Gnerlich sang Lieder zum Thema Migration und Integration. Die Mundart-Songs und die Performance kann man in direkter Linie zu Hans Söllner und Fredl Fesl sehen und passten hervorragend zu dem Projekt.

Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni zu den üblichen Öffnungszeiten im Kreuzgang zu sehen.

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